SGB - Wimpel
Geschichten

Hier sollen Geschichten, lustige Anekdoten und kleine Reportagen gesammelt werden. Jeder, der etwas beizutragen hat, soll sich bitte melden.

bereits gesammelt

1897 Das Fährunglück von Hirschzell neu 1957 Das erste Segelboot ergänzt
1960 Die frühe Flotte 1965 Die Zeit der Privatstege
1966 420er GER 3903 - "Oldtimer" 1966 Erste Regatten am Bärensee
1968 Wie die Seglerhütte entstand 1973 Wie der Anker an den Bärensee kam
1974 Klassenpolitik 1988 Yachtbeichte - die Kenterung
2006 50 Jahre Bärensee - das Fest 2007 Christian Schneider - Optiliga-Meister
2008 Elektrifizierung der Seglerhütte 2009 Der Bärensee als Buch

1897 - Das Fährunglück von Hirschzell

Schon Jahrzehnte vor der Entdeckung des Bärensees war die Flusslandschaft südlich von Kaufbeuren ein beliebtes Ausflugsziel für die Bürger der Stadt. Dass es bis vor wenigen Jahren weit und breit keine Brücke gab, war immer ein großes Hindernis für die Spaziergänger gewesen. In engem Zusammenhang mit diesem Mangel steht eine lange zurückliegende tragische Begebenheit, an welche die Allgäuer Zeitung im Jahr 2011 erinnerte.

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1957 bis 1963 - Das erste Segelboot auf dem Bärensee

Der Bärensee wurde 1955 gebaut und 1956 fertiggestellt. Das heißt wohl, er wurde erstmals geflutet. Wenig später sind schon die ersten Versuche unternommen worden, auf dem Bärensee zu segeln. Allesamt mit abenteuerlichen Eigenbauten.

Der allererste war jedoch Jörg Lang, der bereits 1957 im Alter von 16 Jahren ein selbst gebautes Boot zu Wasser brachte. Da ihm der Erwerb eins Bauplans zu teuer war, entstand der 4,20 m lange Bootsrumpf "frei Schnauze" aus Hartfaserplatten, sauber abgedichtet mit Pech und danach rot weiss lackiert. Der Mast, zunächst nur 4 m hoch, war eine einfache Holzstange und die Segel hatte seine Mutter aus Leinwandresten genäht.

Jörg Langs Eigenbau (1957 - 1963)

Die erste Saison war sehr aufregend, da Jörg noch gar nicht schwimmen konnte - diese Qualifikation erwarb er sich erst ein Jahr später. Schon bald erwies sich der Rumpf, nur einen Meter breit, als zu instabil und wurde daher kurzerhand auf 1,70 m verbreitert. Es entstand gewissermassen ein zweiter Rumpf, der um den ersten herumgebaut war. Das obige Foto zeigt diese Ausbaustufe. Die gewonnene Stabilität erlaubte nun auch das Segeln bei Starkwind. Dabei trat die zweite Schwachstelle zu Tage: der Mast, mittlerweile auf 7,50 m verlängert, hielt den Belastungen nicht Stand und brach.

Das Jahr 1963 sah dann das jähe Ende, als sich das Boot von seinem Ankerplatz losriss und getrieben von der Strömung über die Staumauer stürzte. Es hat dann seinen Weg durch die Wertach und den Mühlbach genommen, hat das Städtische Schwimmbad unterquert und ist durch die ganze Stadt getrieben, bis es im Fangrechen der Espermühle hängen blieb. Bis dahin hatte es den Weg wohl gut überstanden. Bei der Bergungsaktion ging es aber leider zu Bruch. Für Jörg Lang war es das Ende als Segelsportler. Er hat sich den Bau eines zweiten Bootes nicht mehr angetan, blieb dem Bärensee aber bis heute treu verbunden.

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nach 1960 - Die frühe Flotte auf dem Bärensee

Eine besondere Konstruktion war ein Boot aus zwei zusammengeschweißten VW-Bus Dächern. Sie erreiche späte Bekanntheit, als das Segelmagazin "Yacht" sie in die Sammlung der skurrilsten Boote aller Zeiten aufnahm - siehe Ausgabe 5/2011.

Bootsrumpf aus VW-Bus Dächern (60er Jahre HS) Rudi Blankenburg und Reiner Schmidt in so einem Boot (60er Jahre HS) Bojenlieger und Schratz (60er Jahre HS)

Eines der ersten "richtigen" Segelboote war dann der Chiemsee-"Schratz" der Familie Biesenberger mit seinem charakteristischen Peitschenmast.

Schon bald sahen sich die Segler nach kommerziellen Produkten um. Vielfach vertreten waren dabei die diversen Boote unter der Bezeichnung "Koralle" der Atlanta Werft in Weitnau, sowie der französische Vaurien. Auch ein früher 420er soll auf dem Bärensee gesegelt sein. Ab Mitte der 60er kamen dann noch andere Typen dazu: der erste Korsar, ein Finn, diverse Katamarane und immer wieder Eigenbauten. Einer davon war die "Polystar" - ein von Peter Ressel und Fritz Kassel selbst laminierter Knickspanter - für lange Jahre das größte Boot am See. Er ersetzte ein im Bärensee gesunkenes Metallboot, das wohl ebenfalls selbst gebaut war.

Polystar (60er Jahre HS) Polystar (60er Jahre HS) Polystar (60er Jahre HS)

Die "Wundrak-Werft" in Neugablonz hatte damals die Lizenz für den Bau von 420ern erworben und eine Kleinserie aufgelegt - die meisten dieser Boote fanden ihren Weg an den Bärensee.

Die Typenvielfalt kannte fast keine Grenzen. Um 1970 waren gut 40 Segelboote aus über 20 Klassen am See: 420er, 445er, Koralle, Vaurien, Pirat, Korsar, Schratz, Windy, Conger, Phantom, Häfele 370, Alpa Esse, Flying Junior, Zef, Finn, Moth, diverse Eigenbauten wie die Polystar, verschiedene Katamarane und sogar Trimarane.

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1960 bis 1975 - Die Zeit der Privatstege

In den 60ern blühte neben dem Eigenbau von Booten auch der Bau von Privatstegen, bis 1968 die ganze Uferzeile vom Kraftwerk bis zum heutigen Regattamast durch aneinander gereihte Stege "erschlossen" war. Ein typischer Steg hatte so etwa zehn Quadratmeter Fläche, eine Sitzbank, Staumöglichkeiten in Form einer Kiste und oft auch eine Feuerstelle zum Grillen. Die Böschung zur Straße hin, war im Stil eines Schrebergartens gestaltet. Das Segelboot lagerte entweder auf dem Steg oder an einer Boje in der Nähe. Noch beliebter war aber ein System, das man "Rundlauf" nannte. Das Boot hing zwar an einem Ankerstein im See, konnte aber vom Steg aus ans Ufer gezogen werden. Der Eigentümer des Sees verlangte dann auch einen öffentlichen Zugang zum See - daher wurde ein Gästesteg gebaut. Heute existiert nicht mehr ein einziger dieser Stege.

Bau des Gästestegs (60er Jahre HS) Helmut ruht sich aus (60er Jahre WS) Ansicht vom Wasser aus (60er Jahre HS)

ZEF Jolle (60er Jahre HS) Reiner Schmidt, Stege und Bojenlieger (60er Jahre HS) Stege und Bojenlieger (60er Jahre HS)

anni Geßler, Arbeit am Steg (60er Jahre HS) Sonnenuntergang (60er Jahre HS) Dreikampf (60er Jahre HS)

Wintereinbruch (60er Jahre HS) Bojenlieger (60er Jahre HS) gleiche Ansicht (2008 UH)

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1966 bis heute - 420er GER 3903 - "Oldtimer"

Aus der Anfangszeit des Segelns auf dem Bärensee existieren nur noch wenige Zeugnisse. Das einzige Segelboot, das aus den 60er Jahren überlebt hat: der 420er GER 3903 - heute genannt "Oldtimer", im Besitz von Dieter Frei. Es dient heute noch als Ausbildungsboot für die Jugend und wird auch gerne noch bei Regatten eingesetzt. 420er sind nicht gerade bekannt für ihre lange Haltbarkeit - bei denen aus der damaligen Wundrak-Werft in Neugablonz scheint das aber anders zu sein. Dieses Boot (Baujahr 1966) war Prototyp und Ausstellungsstück auf der Messe "Interboot" in Friedrichshafen. Dass es heute noch existiert, verdankt es sicherlich seiner besonders soliden Bauweise.

als Bojenlieger (60er Jahre HS) in der Flaute (60er Jahre HS) mit einem Vaurien (60er Jahre HS)

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1966 bis 1970 - Erste Regatten am Bärensee

Die ersten Regatten entwickelten sich zögerlich. Die allererste Veranstaltung gab es 1966 (damals erschien darüber ein Zeitungsbericht im "Allgäuer").

Ein sehr spezieller Modus wurde dafür ausgewählt: Start von einem der Stege im Nordteil des Sees, Umrundung der Insel und zurück zum Steg. Der Start erfolgte einzeln, gesegelt wurde einhand und die Zeitvergütung berechnete sich ausschließlich nach der Segelfläche.

Bereits kurz danach war dem Veranstalter klar, dass diese Wettkampfform keine Zukunft haben würde und es wurden rasch Dreiecks-Kurse eingeführt, Vorschoter zugelassen, nach Yardstick berechnet und die Signalgebung an bekannte Standards angepasst. Ab 1969 war Kurt Bösler Wettfahrtleiter und von da an gab es regelmäßige Regatten mit festen Regeln.

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1968 - Wie die Seglerhütte entstand

Ob der Verein wirklich ein Vereinsheim brauchen würde, darüber bestand in den 60er Jahren keineswegs Einigkeit. Viele Segler verfügten über einen Privatsteg und sahen nicht die Notwendigkeit und andere, die ein Vereinsheim gerne gehabt hätten, waren auch nicht überzeugt, ob sich der Verein mit dem Bau nicht übernehmen würde. Andererseits war klar, die Stege würden über kurz oder lang verschwinden und alle Boote müssten künftig dicht gedrängt auf einer Bootswiese am Ostufer liegen. Ein entsprechendes Grundstück war vom Verein schon gepachtet worden, und es erschien nur logisch, auf diesem Gelände auch ein Haus zu errichten. Die Gelegenheit kam zu Hilfe: in Neugablonz wurden die letzten nach dem Krieg errichteten Notunterkünfte durch richtige Häuser ersetzt und die alten Holzhäuser waren günstig zu erwerben, mussten aber selbst zerlegt und abtransportiert werden. Die Segler ließen sich darauf ein und so lagerte im Sommer '68 für mehrere Monate ein großer Holzstapel am Bärensee, ohne dass ein Entschluss zur Errichtung gefasst worden wäre.

Seglerhütte im Winter (Repro MR - um 1970)

Manche der Segler regten schon an, den Haufen anzuzünden und das Projekt zu begraben. Es hat wohl nie einen formalen Beschluss gegeben, sondern Einige haben einfach angefangen, ein Fundament zu mauern, und die Hütte aufzustellen. Ein recht hemdsärmliges Vorgehen, das sich bei künftigen Vorhaben noch bewähren sollte. Im Frühjahr 1969 war das Vereinsheim fertig.

Einweihungsdatum (2008 UH)

Die Ausstattung war simpel: kein fließendes Wasser, alles Trinkwasser musste in Kanistern herbeigeschafft werden, die Klo-Spülung funktionierte nur mit Seewasser, das in Kübel aus dem See geschöpft werden musste, die Klärgrube musste regelmäßig geleert werden, kein elektrischer Strom - Licht, Kühlschrank und Herd funktionierten mit Gas aus einer Flasche, die Heizung, ein Kachelofen in der Mitte der Hütte. So blieb es lange Jahre. Nur die Tische, Stühle und Bänke wurden erneuert - dank Spenden der Aktienbrauerei. Erst Anfang der 80er Jahre erfolgten dann wesentliche Verbesserungen:

  • ein neu gedecktes Dach
  • eine Modernisierung des Kachelofens
  • ein Geräte- und Maschinenraum für ein Stromaggregat
  • Batterielicht im Dachboden
  • durchgehendes Pflaster um die Hütte
  • Vergrößerung des Vordachs

Nach vielfachen Einbrüchen in den 80er Jahren wurden alle Fensterläden erneuert und die Schlösser verstärkt. In den 90er Jahren kam dann noch hinzu:

  • eine Verbesserung der Klärgrube
  • der Hochtank für die Klospülung
  • der Windschutz im Außenbereich
  • die Markise an der Südseite
  • 230V Beleuchtung als Alternative zum Gaslicht

Seit 2008 ist die Hütte ans öffentliche Stromnetz angeschlossen. Weiterhin gibt es aber kein fließendes Wasser und keinen Kanalanschluss. Gerade wegen ihrer simplen Ausstattung hat sie über all' die Jahre ihren Charme bewahrt und ist seit ihrem Bestehen, selbstverständlicher Mittelpunkt des Vereinslebens.

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1973 - Wie der Anker an den Bärensee kam

Seit vielen Jahren steht vor der Seglerhütte ein großer Anker. Ein Fischer hatte den Stockanker vor der italienischen Küste gefunden und geborgen. Dass er nun bei uns steht, ist das Ergebnis einer Mittelmeerreise von drei Bärenseeseglern im Jahre 1973. Theo Serf, Herbert Schäfer und Josi Oppholzer ersteigerten das gute Stück und transportierten es, in drei Teile zerlegt, an den Bärensee - mit zwei Meter Länge und fast 300 kg Gewicht passte es in keinen PKW. Der Dorfschmied von Hirschzell, der unvergessene Rudolf Häutle, hat den Anker wieder zusammengefügt. Die Gedenktafel erinnert an die Ereignisse.

der Anker (2008 - UH) Gedenktafel Anker (2008 - UH)

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1974 bis heute - Klassenpolitik - die Entwicklung der Bootsklassen am Bärensee

In den frühen 70er Jahren vollzogen die Bärensee-Segler einen grundsätzlichen Wandel. Bis dahin stand der Stolz auf einen eigenen Zugang zum Wasser mit Bootsliegeplatz im Mittelpunkt, danach war es der sportliche Wettbewerb. Den entscheidenden Impuls in dieser Sache lieferte ein Neuzugang: Hans Müller, damals aktiver Korsarsegler, war 1971 von Norddeutschland nach Hirschzell gezogen und Mitglied der Seglergemeinschaft geworden. Er brachte nicht nur ein Boot mit, das ganz auf der Höhe der Zeit war, sondern auch die Fähigkeit, dies wettkampfmäßig zu segeln. Die Einheimischen machten zunächst große Augen, dann war ihnen klar, dass die Zeit der exotischen Eigenbauten vorbei war.

Um den Klassenwildwuchs zu beenden und eine gesunde Wettkampfbasis zu schaffen, beschlossen die Segler nach der Saison 1973 eine strenge Klassenpolitik einzuführen. Neue Mitglieder sollten demnach nur noch aufgenommen werden, wenn sie bereit waren, einen durch die Klassenpolitik vorgesehen Bootstyp zu segeln - zunächst: Korsar, 420er, Finn-Dinghy, Vaurien und 470er. Interessanterweise gab es zu diesem Zeitpunkt noch keinen einzigen 470er am Bärensee. Der hatte gerade den olympischen Status erhalten und erlebte einen enormen Boom. Viele Segler vom Bärensee hatten die Absicht, auf diesen Zug aufzuspringen und zum Saisonstart 1974 lagen vier nagelneue 470er am Bärensee. Später wurden es noch mehr und der 470er entwickelte sich in kurzer Zeit zur dominierenden Klasse. Dagegen gab es kein weiteres Interesse an den Klassen Vaurien und Finn-Dinghy, sodass diese Ende 1975 wieder fallen gelassen wurden. Damit waren es nur noch drei Klassen: Korsar, 470er und 420er - allesamt Zweimannboote. So schnell, wie die 470er Welle gekommen war, so schnell ging sie auch wieder zu Ende. Es hatte sich gezeigt, dass der 470er kein besonders langlebiges und wertstabiles Boot war. Für Olympiateilnehmer war dieser Nachteil eher zu verschmerzen, als für Breitensportler. Die besannen sich auf den 420er und den Korsar, der zu jener Zeit zumeist in Holz gebaut wurde und ein langes Bootsleben erwarten ließ. Damals war es üblich, die Vereinsregatten in zwei Kategorien auszutragen. Korsare und 470er segelten vergütungslos in der "Königsklasse" gegeneinander, während die 420er und alle anderen Boote in der zweiten "allgemeinen Klasse" segelten. Demnach gab es auch immer zwei Vereinsmeister.

Ende der 80er Jahre ging diese Ära zu Ende, als die Teilnehmerfelder in der "allgemeinen Klasse" stark zurückgegangen waren. Schon in den 70er Jahren war klar geworden, dass die beschlossene Klassenstruktur einen fundamentalen Mangel hatte: es gab keine Einhandklasse. Das Finn-Dinghy hatte sich in der Anfangszeit am Bärensee nicht durchsetzen können und der kostengünstige Laser war am Bärensee quasi "verboten". Allen Versuchen einer Einführung wurde mit allgemeinem Misstrauen begegnet. Klaus Glüder hatte bereits 1980 einen Laser. Da ihm jedoch ein Liegeplatz am Bärensee verweigert wurde, gab er das Projekt wieder auf. Zum zweiten Versuch kam es 1984, als Uli Huber für sich eine Ausnahmegenehmigung erwirkte. Der Niedergang der "allgemeinen Klasse" bei den Regatten am Bärensee führte zu einem allmählichen Umdenken und rasch etablierte sich die Laserklasse als eigene Startergruppe bei der Sommerregatta. In den 90er Jahren schaffte der Verein die Klassenpolitik ab und kaufte 1994 zwei Laser für die Vereinsjugend. Selbst bei den Vereinsregatten durften diese nun starten. Weitere Exemplare kamen dazu, sodass der Laser heute die zahlenmäßig dominierende Bootsklasse am Bärensee ist.

Beinahe hätte auch den Optimisten am Bärensee der Ausschluss getroffen, da auch er kein politisch genehmer Bootstyp war. Fast allen war klar, dass er keine Konkurrenz zu den etablierten Bootsklassen sein konnte und stattdessen gefördert werden sollte. Somit kamen ab 1983 die ersten Optis an den Bärensee. Heute ist es selbstverständlich, dass die Kinder ab dem Alter von sieben Jahren mit ihm das Segeln erlernen, bald an Wettkämpfen teilnehmen und sich auf den Umstieg in andere Bootsklassen vorbereiten.

Die harten Auseinandersetzungen um die jahrelang praktizierte Klassenpolitik sind heute Vergangenheit. Ein wegweisender Gedanke hat sich aber erhalten: bevorzugt solche Bootsklassen am Bärensee einzuführen, die sich auch anderswo etabliert haben und daher den sportlichen Wettbewerb mit anderen Seglern erlauben. Eine gewisse Vielfalt ist keineswegs schädlich, sondern spiegelt vielmehr die Vielfalt unserer Sportart wieder.

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1988 (2004) - Yachtbeichte - die Kenterung

Eine ganz kuriose Situation ereignete sich im September 1988 auf dem Bärensee. Viele Jahre später hat einer der Beteiligten dann diese literarische Verarbeitung im Segelmagazin "Yacht" (Ausgabe 3/2004) als "Beichte" veröffentlicht:

Artikel aus der Yacht 3/2004

(Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Delius Klasing Verlags)

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2006 - 50 Jahre Bärensee - das Fest

2006 feierte der Bärensee 50sten Geburtstag. Die VWEW und alle Vereine am See feierten mit. In der Allgäuer Zeitung erscheint eine große Ankündigung. Die Segler haben Boote aufgebaut, es gab ein Informationszelt, Gelegenheit zum Mitsegeln und natürlich: Essen und Trinken für die Besucher. Viele Hundert nutzten die Gelegenheit, bei bestem Wetter einen Ausflug an den Bärensee zu machen.

Bootswiese (2006 UH) Infozelt (2006 UH) 420er GER 36145 - Molly (2006 UH)

Opti GER 8949 - Titanic (2006 UH) Essen ist fertig (2006 MR) Essen fassen (2006 MR)

Einige Wochen nach der Veranstaltung besuchte uns anlässlich der Herbstregatta ein Redakteur der Allgäuer Zeitung. Danach erschien diese Reportage in der AZ.

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2007 - Christian Schneider - Optiliga-Meister

Die Saison 2007 verlief für einen unserer Segler ganz besonders erfolgreich: Christian Schneider. Er konnte die Einzelwertung der Allgäuer Optiliga gewinnen. Im Vorgriff erschien in der Allgäuer Zeitung diese Reportage. Und dann hat es tatsächlich geklappt. Wenn er auch behauptete, er würde gar nicht trainieren, so wissen wir es doch besser: gerade die interne Konkurrenz am Bärensee ist eine gute Schule. Das Siegerbild von der Abschlussregatta auf dem Rottachsee zeigt das ganze Team vom Bärensee.

auf dem Alpsee (2007 MS) geschafft! (2007 MS) Team Bärensee (2007 MS)

Beinahe wäre es Christian gelungen, im folgenden Jahr 2008 den Titel zu verteidigen - am Ende war es dann doch nur der zweite Platz nach einem Kopf-an-Kopf Rennen, das über die ganze Saison gegangen war.

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2008 - Elektrifizierung der Seglerhütte

Die Seglerhütte war für lange Jahre nicht an öffentliche Versorgungsnetze angeschlossen. Der elektrische Strom musste mit Hilfe eines Generators im "Maschinenraum" selbst erzeugt werden. Ein Batterielicht sorgte für eine Art Notbeleuchtung, solange der Generator nicht lief. Die notorisch leeren Bleiakkus sollten schließlich mit Hilfe von Sonnenstrom nachgeladen werden. Aber bevor diese Verbesserung in Betrieb ging, tat sich im Jahr 2006 eine neue Option auf.

Die VWEW planten zwischen den beiden Kraftwerken des Bärensees und des Bachtelsees ein Erdkabel zu verlegen. Im Zuge dieser Arbeiten sollte eine normale Versorgungsleitung zur Seglerhütte gelegt werden - eine einmalige Gelegenheit, die so schnell nicht wieder kommen würde und zumindest die sonst unerschwinglichen Kosten für die Verlegung eines Kabels deutlich dämpfte. Im Winterhalbjahr 2007/2008 wurde dann tatsächlich das Kabel gelegt und im Sommer 2008 schrittweise die Installation vorgenommen.

Neben vielen Arbeitsstunden der Mitglieder (besonders von Alfons Schweiger und Dieter Frei) war es auch die großzügiger finanzielle Unterstützung der Stadt Kaufbeuren und der Vereinigten Wertach Elektrizitätswerke (VWEW), welche das Großprojekt überhaupt gelingen ließ. Hier sind die Bilder von den Arbeiten: der Stromanschluss ist bereits auf unserem Gelände, das Material liegt bereit, die Erdarbeiten zur Verlegung des Kabels sind im Gange.

Anschlusskasten (2008 UH) Kabelrohre (2008 UH) Graben (2008 UH)

Jetzt geht es um die eigentliche Installation in der Hütte. Die Seglerhütte ist eine einzige Baustelle.

Graben wieder zu (2008 UH) Verteilerkasten (2008 UH) Kabelkanal (2008 UH)

Die komplizierte Installation verlangt die Einweisung der Mitglieder durch den Meister selbst: "es wurde Licht"!

Erklärung (2008 UH) Lampe (2008 UH) Licht (2008 UH)

Am 11.7.2008 hat VWEW Geschäftsführer Jürgen Siegert der SGB feierlich einen Spendenscheck in Höhe von 1.250 Euro für den Stromanschluss überreicht. Die Vorstandsmitglieder der SGB und des ASV Hirschzell bedankten sich recht herzlich bei der VWEW sowie bei der Stadträtin Katharina Wiedemann für ihre tatkräftige Unterstützung.

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2009 - Der Bärensee als Buch

Große Ehre für einen kleinen See: der Augsburger Wißner-Verlag hat unter den 200 bayerischen Segelrevieren die 15 schönsten ausgewählt und in Buchform präsentiert. Es mag machem wie ein Wunder erscheinen, aber auch der Bärensee ist dabei.

Hart am Wind in Bayern, Die schönsten Segelreviere

von Matthias Schalla.

Hart am Wind in Bayern

Die Seiten 134 und 135 sind unter dem Titel Segeln im Kleinformat: Der Bärensee unserem See und unserer Vereinsgeschichte gewidmet.

Damit nicht genug - auf Seite 132 ist ein großformatiges Foto von Ulla Nothelfer bei der Teilnahme an der deutschen Korsarmeisterschaft 2004 auf dem Alpsee bei Immenstadt. Auch jenes Revier, das für viele von uns zur zweiten Heimat geworden ist, hat ganz zu Recht seinen Platz im Buch gefunden. Wer ganz genau hinschaut, entdeckt auf Seite 106 noch ein weiteres Bärensee Boot bei seinem Ausflug an den Waginger See.

Das Buch kann in jeder gut sortierten Buchhandlung erworben oder direkt beim Verlag bestellt werden.

Im Februar 2011 hat der Verlag den Preis von 19,80 Euro auf jetzt 9,80 Euro reduziert.

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2010 - Kraftwerksrenovierung und Seeabsenkung

Nach Übernahme des Bärensees durch die VWEW im Jahr 1996 wurden schon sehr bald diverse Erneuerungen an den Kraftwerksanlagen vorgenommen. Die auffälligste Veränderung war 1998 die Installation der automatischen Rechenreinigungsanlage.

Zu einer richtigen Generalsanierung kam es dann in den Jahren 2008 bis 2010, in deren Folge das Maschinenhaus komplett überholt und der Beton der Wehranlage aufwändig saniert wurde - Maßnahmen, die das Kraftwerk fit machen sollen, um auch in den kommenden Jahrzehnten, umweltfreundlich erzeugten, elektrischen Strom zu liefern.

Im Sommer 2008 wurde das Maschinenhaus überholt. Die gewohnte beige Farbe wich einem Weiß, die Fenster wurden erneuert, das Dach neu gedeckt und mit einer Photovoltaik Anlage ergänzt. Seitdem verwertet das Bärenseekraftwark also nicht nur Wasserkraft, sondern auch direkt das Sonnenlicht. Es ist aber ein Irrtum zu glauben, dass die Energiemenge der PV Anlage auch nur annähernd an die der Wasserkraft heranreichen könnte.

In den Sommern 2009 und 2010 ging es an die mächtigen Betonmauern der Wehranlage. In mühsamer Arbeit wurden die Oberflächen abgetragen und neu aufgebaut. Weithin sichtbar stand jeweils ein großer Baukran auf der Staumauer.

Aus Sicht der Segler fanden die Arbeiten ihr spektakuläres Ende, als der Spiegel des Sees im April und Mai 2010 um 80 cm abgesenkt wurde. Das war nötig geworden, um den Beton auf der Seeseite des Kraftwerks zu sanieren. Die Bilder von der Absenkung sind in einem Fotoalbum dokumentiert.

Nach der Absenkung gingen die Arbeiten mit der Überholung der Turbinenanlage weiter. Mit einem Damm auf der Wertachseite wurden deshalb die Ausläufe trocken gelegt.

Als Google Maps im Dezember 2011 sein Bildmaterial für Deutschland erneuerte, gelangte dieses Satellitenbild der Baustelle, offenbar im Sommer 2010 aufgenommen, ins Netz.

Satellitenbild Kraftwerk(Google MAPS)

Einer der letzer Arbeitsgänge war dann der Abbruch der morschen Betonstege und der Ersatz durch solche aus Metall.

Nach Abschluss der Renovierungsaktion stellten die VWEW diese Anzeigetafel vor dem Kraftwerk an der Bärenseestraße auf. Sie zeigt die aktuelle Leistungsabgabe und beschreibt die Geschichte der Renovierung.

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© Seglergemeinschaft Bärensee [DSV-Nr.: BA099] im ASV Hirschzell e.V. [BLSV-Nr. 70333]
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